Landsmannschaft Vitebergia Halle (Saale) im Coburger Convent

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Bier!

„Bier ist unter den Getränken das nützlichste, unter den Arzneien die schmackhafteste, unter den Nahrungsmitteln das angenehmste.“ (Plutarch)

Bier gehört zu Deutschland wie kein anderes Getränk. Nirgends auf der Welt gibt es eine vergleichbare Vielfalt an Bieren und Brauereien. Wollte man von heute an jedem Tag ein anderes Bier aus Deutschland probieren, wäre man damit mehr als 13 Jahre beschäftigt. Pro Kopf verbrauchen die Deutschen im Jahr 109,5 Liter des Traditionsgetränkes. Es gibt 1274 Braustätten in Deutschland. Diese stoßen jährlich 108 249 000 hl Bier aus und beschäftigen 33500 Mitarbeiter. Es ist also kein Wunder, dass es zwei Bierfässer waren, die 1836 auf der neuen Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth, also in dem Gebiet mit der höchsten Brauereidichte der Welt, als erste Fracht transportiert wurden.

Bier ist aber keineswegs eine Erfindung des Mittelalters, was oftmals fälschlicher Weise behauptet wird.

Schon in Mesopotamien konnte Bier nachgewiesen werden. Laut des Codex Hammurapi hatten babylonische Provinzverwalter und Hohepriester Anrecht auf rund fünf Liter Bier pro Tag, den Hofdamen des Königs standen immerhin noch drei Liter täglich zu. Die Ägypter ließen halbfertig gebackenes Brot mit Wasser vergären und bekamen so eine Art Bier.

Jedoch erst in den Klosterbrauereien des Mittelalters entwickelte sich ein geregelter Braubetrieb.

Damals galt Bier noch als ein geeignetes Getränk für Kinder, da es durch das Abkochen keimfrei und durch den hohen Kaloriengehalt eine wichtige Nahrungsergänzung war.

Mit der Erfindung der Pilsener Brauart am 05.Oktober 1842 begann der weltweite Siegeszug des Bieres, der bis heute andauert.

Heute gilt Bier als Genussmittel, trotzdem gehört es bei vielen Deutschen zum Grundnahrungsmittel. Das ist kein Problem, sagen Mediziner, solange der Konsum im Rahmen bleibt. Sie betonen die gesundheitsfördernde Wirkung des Gerstensaftes. Über 2000 Stoffe, darunter Folsäure, Mineralien und Hopfenbitterstoffe wirken harntreibend und arbeiten gegen Knochenbrüchigkeit. Einige behaupten sogar, dass Bier gegen Krebs hilft, das Herz und die Blutgefäße schützt und erhöhten Blutdruck verringert.

Fern von den Spekulationen zählen jedoch die Tatsachen. Laut Ökotest 2003 schnitten alle getesteten Biere mit „sehr gut“ ab! Sie enthielten keine erhöhten Schadstoffmengen und überzeugten im Geschmack.

Studenten an der Rice University in Houston (Texas) arbeiten derzeit sogar an einer Anti-Aging-Wirkung des Bieres. Der im Rotwein enthaltene Wirkstoff Resveratrol, dem die Fähigkeiten zur Verlangsamung der Alterung nachgesagt wird, soll in Zukunft auch im Bier zu finden sein. Ob es funktionieren wird, kann man aber heute noch nicht sagen. In Südfrankreich scheint es auf jeden Fall zu klappen, da dort die Anzahl der herzkrankheitsbedingten Todesfälle relativ gering ist.

Mit diesen positiven Aussichten, kann man sich ruhig das ein oder andere Bier schmecken lassen! Und wer das ungern allein macht, den lade ich recht herzlich auf das Wittenberger-Haus ein, damit er in unserer akademischen Gesellschaft die gesunde Wirkung von Bier genießen kann.

Nico Ludwig Z!Z!

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