Landsmannschaft Vitebergia Halle (Saale) im Coburger Convent

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Hochwasserkatastrophe in Halle – eine Zwischenbilanz

Die Fluten der Saale

Man muss leider sagen, dass man so etwas selten gesehen hat. Seit nunmehr drei Tagen befindet sich Halle im Ausnahmezustand. Die Fluten der Saale hatten zwischenzeitlich einen Pegelstand von 8,10 Metern erreicht, das sind 6,00 Meter über Normal. Eine vergleichbare Wassermasse hatte sich zuletzt vor 400 Jahren durch unsere geliebte Saalestadt gewälzt. Nicht nur die Peißnitz ist überschwemmt, sondern auch Teile der Innenstadt – hier vor allem der Robert-Franz-Ring unterhalb der Moritzburg bis hinauf zum Hallmarkt. Der Gimritzer und der Passendorfer Damm, die Halle-Neustadt schützen, halten im Moment zwar noch, werden aber zunehmend durchlässiger und sind zum Teil schon überspült. Hinzu kommt, dass der Grundwasserspiegel steigt und selbst außerhalb der Gefahrenbereiche Keller flutet. Teile Halle-Neustadts und anliegende Schulen und Kitas wurden daher bereits evakuiert, Strom- und Wasserversorgung in den betroffenen Gebieten abgestellt. Selbst die international bekannten Händel-Festspiele sind abgesagt worden.

Die Flut der Helfer

So dramatisch das Ganze ist, so unvorstellbar großartig ist die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. Seit dem ersten Tag sind Tausende freiwillige Helfer vor Ort, die Sandsäcke füllen und stapeln, die Versorgung mit Speisen und Getränke sicherstellen oder Geld beziehungsweise Hilfsgüter für die Notunterkünfte spenden. Die Hilfsbereitschaft ist sogar so groß, dass alle Einsatzstellen seit gestern (Mittwoch) zu 100% ausgelastet sind und ein regelrechter Schichtbetrieb aufrechterhalten werden kann.

Auch in Halle ansässige Unternehmen leisten tatkräftig Hilfe. Das Bauunternehmen Papenburg ist seit Montag im Dauereinsatz und liefert kostenlos Sand in die Überflutungsgebiete, der Cateringservice Barner schickte zwei Gulaschkanonen zu den Helfern am Gimritzer Damm und viele andere Gaststätten und Kneipen bieten ebenfalls Essen und Getränke für die Einsatzkräfte an. So hat die Flut auch seine guten Seiten – die Hallenser rücken dichter zusammen. Eine ähnliche Solidarität unter den Menschen habe ich bisher kaum erlebt!

Vitebergia im Dauereinsatz

Auch die Bundesbrüder vor Ort leisten ihren Beitrag für ihre Universitätsstadt. Bereits am Montag brach ich mit den Aktiven Heistermann, Hartmann, Lehmann und Gerke in Richtung Volksbankarena am Gimritzer Damm auf, um die einzige Eissporthalle Sachsen-Anhalts vor den Wassermassen zu schützen. Dort angekommen, sahen wir, dass es allerdings schon fast zu spät war, denn die gesamte Kühlanlage und das Kellergeschoss der Arena standen bereits unter Wasser. Die Bundesbrüder Hartmann und Lehmann machten sich daraufhin zum Hubertusplatz in der Heide auf, um Sandsäcke zu befüllen, da diese überall fehlten. Auch bei uns mangelte es vor allem an Sandsäcken, bis ein Betonmischer der Firma Papenburg kam und das Sandproblem löste. Bis 19:00 Uhr versuchten wir die Eissporthalle zu retten, aber dann setzte Ernüchterung ein – der Pegel stieg stetig und die Arena war aufgrund ihrer Lage auf der Saale zugewandten Seite des Gimritzer Damms nicht zu schützen. Also wurden alle restlichen Sandsäcke dazu verwendet, den Gimritzer Damm zu stabilisieren und so Halle-Neustadt vor der Überspülung zu bewahren.

Die Aktiven machten sich daraufhin zum eigenen Haus auf, da nach acht Stunden Arbeit, die Erschöpfung einsetzte. Doch der Tag sollte in die Verlängerung gehen. Gerade als ich mit dem Abendessen anfangen wollte, klingelte das Telefon und der Erstchargierte Herbert erklärte mir, dass gerade alle Aktiven auf dem Weg zur Sängerschaft Fridericiana seien, da dort dringend Hilfe benötigt wird. Es stellte sich heraus, dass Waffenbruder Klaus-Martin Ertle, AH der Fridericiana, als Oberstleutnant des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr, die zivil-militärische Zusammenarbeit während der Katastrophe koordinierte und auf der Suche nach Freiwilligen, die Verbindungsstudenten Halles zusammentrommeln ließ. Innerhalb von nur 30 Minuten fanden sich ca. 50 Korporierte bei den Sängern ein und wurden nach und nach zum Sandlager der Firma Papenburg in die Berliner Straße gebracht. Dort konnte die geballte Korporierten-Power bis 02:00 Uhr in der Nacht fast 4000 Sandsäcke füllen und zum Abtransport bereit machen. Die obligatorische Promille-Bezahlung erfolgte natürlich in Form von Bier. Diese Aktion war ein unvergleichbares Beispiel für interkorporative Zusammenarbeit!

Auch in den darauf folgenden zwei Tagen leistete die Aktivitas einen ansehnlichen Beitrag zur Rettung Halles. Bundesbruder Lehmann stapelte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch als einziger Zivilist am Gimritzer Damm bis 03:00 Uhr in der Früh Sandsäcke, um das Kollabieren des Hochwasserschutzes zu verhindern. Die Absperrungen der Sicherheitskräfte konnten von ihm nur überwunden werden, da er dank Waffenbruder Ertle, in einem Fahrzeug der Feldjäger dorthin gebracht wurde. Auch die restlichen Aktiven unterstützten an verschiedenen Orten die Sicherheitskräfte, was Gott sei Dank von Erfolg gekrönt war. Die Dämme halten, obwohl sie an einigen Stellen durchweicht sind. 

Die Erlebnisse und das Ausmaß der Katastrophe können sicherlich von den meisten von uns noch gar nicht verarbeitet werden. Einzelne Bundesbrüder waren insgesamt fast 72 Stunden lang im Einsatz und konnten dementsprechend noch nicht zur Ruhe kommen. Vermutlich beginnen nächste Woche die Aufräumarbeiten, dann wird Vitebergia wieder dabei sein. Erst danach werden wir hier vor Ort wieder zur Ruhe kommen können. Bis dahin soll euch dieser Bericht einen kleinen Einblick in die aktuellen Geschehnisse geben. 

Wenn auch ihr unsere liebe Saalestadt Halle unterstützen wollt, dann bitten wir euch, die Aufräumarbeiten mit einer Spende zu unterstützen:

Spendenkonto:
Stadt Halle (Saale)
Saalesparkasse
Kontonummer: 169 169 169
Bankleitzahl: 800 537 62
Kennwort: „Hochwasser 2013“ 

MWG
Nico Ludwig Z!Z!

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