Landsmannschaft Vitebergia Halle (Saale) im Coburger Convent

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„Manners Makyth Man“ – Ein Kurztrip in eine der wohl elitärsten Studienstädte Europas

Oxford, März 2013 - Eigentlich hatte uns die Annahme zu einer zoologischen Tagung (Wild Musteloid Conference) in die englische Studienstadt geführt, doch dann haben wir uns kurzerhand entschlossen, unsere Kinder, Jonas und Jakob, einfach mitzunehmen und somit zu versuchen Arbeit und Kultur ein wenig zu verbinden. Im Nachhinein eine wie wir fanden sehr gute Idee, denn unsere Kinder haben fantastisch mitgemacht: vormittags die wissenschaftlichen Vorträge erduldet, mittags die ersten Colleges verschlafen und nachmittags den Trubel der Stadt und einige weitere Colleges genossen. Unser älterer Sohn hat sich indirekt bereits ein College für später ausgesucht (Magdalen College), da er uns nach unserem Besuch dort einen schönen, runden Stein aus der alten Vorplatzpflasterung präsentierte, der laut ihm irgendwie locker war … mit 19 Jahren bringt er ihn dann hoffentlich zurück.

Im Zentrum Oxfords fühlt man sich plötzlich wie in eine längst vergangene Zeit versetzt – die 39 Colleges und sechs Permanent Private Halls der University of Oxford drängen sich dicht an dicht, zum Teil nur durch eine Mauer oder eine Kapelle getrennt. Man stolpert quasi von einem Hof in den nächsten und gerät regelrecht in einen Rausch. Die Aussage: „Hast du eines gesehen, kennst du alle“ trifft in diesem Falle wirklich nicht zu. Die Colleges unterscheiden sich grundlegend in ihren Gebäuden, Anordnungen, Geschichten und Stimmungen, so dass jedes seinen ganz eigenen Charakter hat. Es ist wirklich beeindruckend, dass alles noch so gut erhalten ist und die Studenten in diesen alten, ehrwürdigen Gemäuern leben und lernen dürfen. Von den Kriegen des 20. Jh. blieb Oxford verschont, kein Brand zerstörte das Bild der Idylle. Der Dichter John Keats nannte sie die „Schönste Stadt der Welt“. Wundervolle Kapellen, beeindruckende Speisesäle und riesige Gärten sind nur Bruchstücke der enormen Anlagen, denn als Tourist darf man natürlich längst nicht in alle Teile der Lehranstalten schauen und einige öffnen ihre Tore überhaupt nicht für Fremde. Einen Blick in eines der elitärsten und zugleich am besten ausgestatteten Colleges (All Souls College) kann man daher nur vom Kirchturm der University Church erhaschen. Wer in dieser fürstlichen Residenz forschen darf, gehört zur wissenschaftlichen Créme de la Créme und hat die höchste Sprosse der akademischen Karriereleiter erklommen. Allgemein zählt ein Studium in Oxford als sicheres Sprungbrett für die spätere Karriere. Zahlreiche Prominente studierten hier: neben 25 Premierministern unter anderem 45 Nobelpreisträger und mehrere hundert Bischöfe. Die University of Oxford ist eine der ältesten und renommiertesten Universitäten der Welt und gehört zur Coimbra-Gruppe – einem Netzwerk führender europäischer Elite-Universitäten.

Am frühen Abend öffnen die unzähligen Pubs ihre Türen, doch da Kinder dort nicht gerne gesehen sind, hat man in den Colleges auch durchaus am Nachmittag die Chance auf ein anständiges Guinness. Währenddessen kann man seinen Blick über die ganzen Sportmannschaften gleiten lassen, die mit ihren Siegen für die einzelnen Colleges die Wände pflastern.

In Oxford studiert man an der Universität, die sich aus allen Colleges zusammensetzt. Man bewirbt sich für eines und wohnt dann meistens auch dort. Jedes College hat natürlich seine ganz spezielle Ausrichtung, allgemeine Fächer werden in Gebäuden der Universität unterrichtet, aber die Colleges stellen den Studenten eigene Professoren zur Verfügung, die mit ihnen lernen und in erster Linie auch die berühmt berüchtigten soft skills vermitteln. Beeindruckt hat uns die starke Identifikation der Oxonians mit ihrer Universität und vor allem mit ihren Colleges. Gefördert wird dies durch strenge Collegeregeln, viele gemeinsame (sportliche) Aktivitäten und eine individuelle Förderung.
Im College findet man alles was man zum Leben braucht: ein Einzelzimmer (die allmorgendlich vom Collegepersonal gereinigt werden), einen herrschaftlichen Speisesaal, in dem drei Mal täglich gemeinsam mit den Fellows (festangestellte Professoren am College) gespeist wird, eine rund um die Uhr geöffnete Bibliothek, collegeeigene Sportanlagen, Collegebars, eine Kapelle uvm. Das Studienjahr ist nicht in zwei, sondern in drei (achtwöchige) Trimester aufgeteilt (Michaelmas, Hilary, Trinity).
Trotz vieler Alleinstellungsmerkmale waren auch viele strukturelle Entsprechungen mit dem deutschen Korporationswesen erkennbar. So hatten wir oft den Gedanken, dass unsere Studentenverbindungen in vielen Punkten doch Colleges en miniature sind. Bei so viel Tradition und Altehrwürdigkeit kann man sich des Gedankens nicht verwehren, dass man selber gerne mal das ein oder andere Semester hier studiert hätte. Schließlich ist es doch zu großen Teilen das Benehmen, das einen Mann bzw. eine Frau aus einem macht.

Berit & Frank Michler

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