Landsmannschaft Vitebergia Halle (Saale) im Coburger Convent

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Vitebergia in Oberschlesien – Aktivenfahrt nach Polen

Unsere Geschichte beginnt im Juni 2008 mit unserem 148. Stiftungsfest. An diesem hielt der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und derzeitige Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Christian Bergner, die Festrede und berichtete unter anderem über die heutigen Studentenverbindungen Polens. Der Staatssekretär selbst hatte den Verein Deutscher Hochschüler in Oppeln besucht und legte uns nahe, es ihm gleichzutun und bei nächster Gelegenheit eine Fahrt nach Oberschlesien zu unternehmen.

Wie uns geheißen traten wir kurze Zeit später in schriftlichen Kontakt mit dem VDH Oppeln und begannen mit der Planung einer solchen Reise. Im Januar diesen Jahres fanden wir dann endlich eine gute Gelegenheit und nahmen das 6. Stiftungsfest als offizielle Aktivenfahrt in unser Semesterprogramm auf.

Also machten sich die Bundesbrüder Mil, Ludwig und Franzke II in einem gemieteten Renault auf in Richtung Polen. Erst sehr kurzfristig realisierten wir, dass wir uns nicht nur zum 6. Stiftungsfest des VDH Oppeln, sondern auch zum gemeinsam gefeierten 10. Stiftungsfest des VDH Ratibor aufmachten, damit also den Kontakt zu zwei unterschiedlichen polnischen Bünden knüpfen könnten.

Die Fahrt bis zur deutsch-polnischen Grenze verlief vollkommen reibungslos, wenige Kilometer später jedoch trat das erste Problem auf: der Routenplaner behauptete, dass wir bis hinter Breslau einfach auf der Autobahn durchfahren könnten, die tatsächliche Verkehrsführung sah das vollkommen anders. So fuhren wir weitgehend ziel- und planlos und ohne irgendeine Art von Karte auf der Landstraße weiter quer durch Polen. Irgendwann erreichten wir zu später Stunde tatsächlich den gewünschten Ort der Feierlichkeiten, die kleine Ortschaft Bad Ziegenhals. Auch hier lief es anders als geplant, in diesem Zusammenhang darf Bundesbruder Ludwig zitiert werden, als er auf die Aufforderung, eine Zielgebietskarte auszudrucken, meinte: „Ach was, das ist ein winziges Kaff und die Tagungsstätte ist riesig groß, das sehen wir schon beim Reinfahren…“. Schon am Ortsschild stellte sich heraus, dass dem nicht so war, wir fuhren also ein weiteres Mal einfach drauflos – nur um uns zehn Minuten später jenseits der polnisch-tschechischen Grenze wiederzufinden!

Die weitere Suche, insgesamt etwa eine dreiviertel Stunde in dem „winzigen Kaff“, war gleichsam anstrengend wie amüsant. Wir hatten das Glück, dass die polnische Sprache der russischen nicht allzu unähnlich ist, so dass Bundesbruder Mil die Aufgabe zuteil wurde, beliebige – meist angetrunkene – Passanten nach dem Weg zu fragen. Nach mehreren Versuchen und mehreren in die unterschiedlichsten Richtungen zurückgelegten Kilometern, fanden wir dann schließlich jemanden, der uns den richtigen Weg angeben konnten, nur um festzustellen, dass wir zum Fragen exakt unter dem richtigen Wegweiser geparkt hatten. Die richtige Straße hatten wir nun also endlich gefunden, nun benötigten wir nur noch eine Weile und mehrere Kehrtwenden, um zu verstehen, dass der Routenplaner mit „Folgen Sie der Straße 367 Meter“ in etwa die zehnfache Strecke meinte.

Nach mehr als siebenstündiger Fahrt kamen wir so also gegen Mitternacht endlich an unser Ziel – wo irgendwie niemand mit uns rechnete. Wir hatten uns zwar in Oppeln angekündigt, die Anmeldung hätte aber an Ratibor gehen sollen, was uns nicht bewusst war und auch untereinander nicht weitergeleitet wurde. Glücklicherweise war die Freude über unseren Besuch weit größer als der Ärger über die offenbar nicht unbedingt ideale Organisation, und während wir unser erstes wohlverdientes Bier genossen wurde uns spontan ein Nachtlager gerichtet. Nachdem all dies geklärt war verbrachten wir noch einen äußerst lustigen Abend, der letzte Wittenberger strich um fünf Uhr morgens die Segel. Erwähnt werden soll hier nur noch das ungewohnt hohe Engagement von Bundesbruder Mil, wenn es um das Trinken möglichst großer Mengen Wodka geht…

Am nächsten Vormittag machten wir uns zunächst auf in das Zentrum von Bad Ziegenhals, um unser Frühstück einzunehmen. Hier zeigte sich ein weiteres Mal das Problem mit der Sprachbarriere: nachdem niemand die Anmerkungen auf dem Parkautomaten lesen konnte, warf Bundesbruder Ludwig einfach wahllos 5 Złoty ein, was der Summe für drei volle Tage parken entsprach, wobei uns eine Stunde gereicht hätte. Weiter ging es dann nach Oppeln, wo wir wieder einen Parkschein für drei Tage lösten (damit hätte man rechnen können…), die Stadt besichtigten und uns einen gemütlichen Nachmittag machten.

Abends ging es dann wieder zurück nach Bad Ziegenhals und zum Kommers anlässlich der beiden Stiftungsfeste. Abgesehen davon, dass dieser von einer Frau geleitet wurde, war es ein vollkommen normaler Kommers, das Korporationsstudententum hat also offenbar in all den Jahrzehnten, in denen Oberschlesien zu Polen gehört, nicht gelitten. Neben einigen hochkarätigen Gästen wie Professoren, sächsischen Landtagsabgeordneten und dergleichen waren als Externe vor allem Vertreter des VVDSt aus Bonn, Berlin und Dresden anwesend, aber auch beispielsweise einige Vertreter des VDH Budapest. Abgesehen von einem Göttinger MK-Turner und natürlich den Chargierten waren wir allerdings die einzigen, die Couleur trugen. Auch dieser Abend fand lange kein Ende, bevor wir irgendwann in unsere Betten krochen.

Recht bald am nächsten Morgen machten wir uns nach einem herzlichen Abschied auf den langen Weg zurück nach Halle. Einen kleinen Zwischenstopp legten wir in Breslau ein, um zu Mittag zu essen – zu Fuß durch den McDrive ist auch mal eine interessante Erfahrung. Nach diesmal beinahe neunstündiger Fahrt erreichten wir dann schließlich wieder unser Haus.

Diese Reise war trotz der langen und stressigen Fahrzeiten (an dieser Stelle sei Bundesbruder Ludwig gedankt, der uns wohlbehalten hin und zurück brachte) eine schöne und lohnenswerte Erfahrung. Wir hoffen, ähnliches wiederholen zu können und freuen uns auf einen hoffentlich zeitigen Gegenbesuch unser neuen Freunde aus Oberschlesien!

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